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Naturspiritualität & Persönlichkeitsentwicklung

Kraftort Höhle

Die Beziehung zwischen Mensch und Höhle ist so alt wie die Menschheit selbst.
Schon immer dienten sie als Zufluchtsorte vor wilden Tieren und rauer Witterung.
In ihnen gebaren unsere Vorfahren ihre Kinder und bestatteten ihre Toten.
Sie waren Kultstätten und auf ihren Wänden und Decken wurden die ersten Kunstwerke der Geschichte gemalt.
Vielleicht ist es die genetische Verbindung mit unseren Urahnen, weswegen Höhlen heutzutage eine so große Faszination auf manche Leute ausüben.
Gebannt lassen sich viele durch elektrisch beleuchtete Schauhöhlen führen und erfahren doch meist nur einen kleinen Teil von dem, was diese Welt unter Tage an Gefühlseindrücken zu bieten hat.
Wir leben in einer hektischen Zeit. Unsere Sinne stehen unter einem permanenten Dauerbeschuss von Zivilisationsreizen und sind oft nicht mehr in der Lage, einfache Formen, Farben, Gerüche und Klänge der Natur wahrzunehmen und zu genießen.
Ganz anders dagegen in einer unausgebauten, "wilden" Höhle.
Kein Geräusch und kein Lichtstrahl von draußen vermag bis hierher vorzudringen. Auf diese Weise isoliert, wird jeder Sinneseindruck viel intensiver wahrgenommen.
Das Auge kann sich nur auf das konzentrieren, was unmittelbar im Lichtkegel der Lampe erscheint. Jeder Tropfstein wird somit zu einer Welt für sich, für einen kurzen Augenblick herausgelöst aus der ewigen Dunkelheit.
Das Ohr nimmt, für manche vielleicht sogar zum ersten mal im Leben, eine absolute Stille wahr, die nur unterbrochen wird durch die Laute der fallenden Wassertropfen.

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Bilder: www.speleo-photo.de

Tief im Innern der Erde befindet man sich in einer anderen Wirklichkeit.
Die Ruhe und Kraft, die das Gestein ausstrahlt, geht sofort auf die Besucher über.
Herzschlag und Atmung verlangsamen sich, Gespräche verstummen und viele Teilnehmer/Innen wandern gebannt und fast andächtig durch die Höhlengänge.
Hier scheint die Zeit seit tausenden von Jahren stillzustehen.

Wer seine ersten Schritte in diese wunderbare Welt unter Tage wagen möchte, dem empfehle ich einen Besuch auf der Schwäbischen Alb, einer der höhlenreichsten Gegenden Deutschlands.
Die Nebelhöhle bei Sonnenbühl ist eine ausgebaute und beleuchtete Schauhöhle, die man ohne Führung für sich alleine erkunden kann. Wenn man nicht gerade am Wochenende da ist, finden sich in dieser Höhle auch stille Ecken und Momente, in denen man für sich ist, abschalten und in eine meditative Stimmung kommen kann.
Unter den wilden, unausgebauten Höhlen lohnt sich ein Besuch der Schillerhöhle bei Bad Urach, der Wohnhöhle Rulamans (s.u.) aus Weinlands bekannten Jugendroman.
Ab dem späten Nachmittag kehrt auch hier Ruhe ein und man kann die Atmosphäre des Ortes so richtig genießen. Die Höhle ist recht einfach zu begehen, bitte aber unbedingt 1 Taschenlampe pro Person + 1 Ersatzlampe pro Gruppe mitnehmen.
Ein Höhlenbesuch in der Schillerhöhle lässt sich auch ganz wunderbar mit einer Wanderung durch die sehenswerte Wolfsschlucht hoch auf die Burgruine Hohenwittlingen verbinden.
Der beste Startpunkt für diese kleine Rundwanderung ist der Wanderparkplatz Hohenwittlingen.
Bitte beachtet bei Höhlenbesuchen die Fledermausschutzzeit von Anfang Oktober bis Ende März.

Möchtest Du tiefer in das Thema Höhlen einsteigen?
Dann empfehle ich Dir folgende Bücher:
David Friedrich Weinland: Rulaman 
Jürgen Meyer: Albhöhlen
Robert Macfarlane: Im Unterland


Autor: Thomas Unger
Zuletzt aktualisiert am 18.04.2024


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